Robert-Wetzlar-Berufskolleg Unesco-Projekt-Schule
„MAMA MUTIG“ BESUCHT DAS ROBERT-WETZLAR-BERUFSKOLLEG
Am   15.09.2017   besuchte   Rebecca   Lolosoli,   Häuptlingstochter   der Samburu aus Kenia, das Bonner Berufskolleg: UMOJA   -   das   erste   Frauendorf   Afrikas,   das   von   ihr   gegründet   wurde, birgt   seit   27   Jahren   den   guten   Weg   in   eine   bessere   Zukunft   für   die Frauen der Samburu. In   einer   Gesellschaft,   in   der   die   Beschneidung   von   Frauen   erst   ihr nachrangiges     Standing     per     Existenzanerkenntnis     in     der patriacharlischen   Gesellschaft   definiert,   Männer   jederzeit   nach Lust   und   Laune   ihre   Frauen   töten   dürfen,   fast   Rebecca   Lolosoli   den Mut,   nachdem   sie   dreimal   fast   zu   Tode   geprügelt   wurde,   den Neuanfang zu wagen: "Lass   uns   gemeinsam   etwas   aufbauen.   Warum   gründen   wir   nicht   ein Dorf?   Ein   Dorf   nur   für   Frauen."   -   Und   plötzlich   stand   diese   Idee im Raum, die unendlich viel Mut machte. 150   Schülerinnen   und   Schüler   folgten   aufmerksam   der   Erzählung einer   beeindruckenden,   kenianischen   Frau,   die   Frauenrechte   lebt, weitergibt,   eine   Schule   baute   und   die   Wasserversorgung   für   so viele Menschen sicherte. "Was   muss   geschehen,   dass   sich   Menschen   auf   einen   solchen   Weg machen?    -    Ein    erster    Schritt!    Und    das    macht    auch    unseren Schülerinnen    und    Schülern    Mut,    sich    in    unserer    Gesellschaft solidarisch    und    nachhaltig    -    gerade    bei    uns    als    UNESCO- Projektschule   -   zu   engagieren!",   so   Ursula   Heine,   stellvertretende Schulleiterin,   begeistert   nach   der   Veranstaltung,   die   hoffentlich große Kreise zieht.
LESUNG UND KONZERT MIT ESTHER BEJARANO
Auf   die   Lesungen   und   Konzerte   von   der   91-jährigen   Esther   Bejarano,   die   von   der   Gedenkstätte   mit   Unterstützung   der Landeszentrale   für   politische   Bildung   möglich   gemacht   wurden,   bereiteten   Lehrerinnen   und   Lehrer   Klassen   des   Robert- Wetzlar-Berufskollegs   vor.   Ziel   der   Exkursionen   zu   historischen   Orten   und   der   Auseinandersetzung   mit   dem   Leben jüdischer   Menschen   in   Bonn   war   es,   den   Schülerinnen   und   Schülern   zu   vermitteln,   dass   auch   in   ihrer   Stadt,   ganz   in der   Nähe   ihrer   Schule   oder   Wohnortes,   Menschen   verfolgt,   ausgegrenzt   und   in   Konzentrations-   und   Vernichtungslager deportiert   wurden   –   ebenso   wie   Esther   Bejarano.   Nach   dieser   Vorbereitung   stand   schließlich   die   Lesung   und   das Konzert der Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano auf dem Stundenplan. Am   28.   September   las   Esther   Bejarano   aus   ihren   bewegenden   Lebenserinnerungen   und   gab   anschließend   ein   Konzert   mit ihrem   Sohn   Joram   und   Kutlu   von   der   deutsch-türkisch-italienischen   Rap-Gruppe   Microphone   Mafia.   Die   Mischung   aus Liedern   des   Widerstands,   Brecht-Moritaten,   Kölsch-Rock   und   Rap   begeisterten   das   junge   Publikum   in   der   Aula   des Heinrich-Hertz-Europakollegs. Jung   und   Alt,   Schüler,   Lehrer   und   Gäste,   waren   von   Lesung   und   Konzert   der   Zeitzeugin   Esther   Bejarano   tief beeindruckt und wurden von der Stimmung des Konzertes mitgerissen. 200   Schülerinnen   und   Schüler   sowie   Mitglieder   des   Kollegiums   lauschten   mucksmäuschenstill   der   Lesung   Bejaranos.   Bei dem   Konzert   mit   Esther   und   Joram   Bejarano   sowie   Kutlu   sangen   die   Schülerinnen   und   Schüler      bei   den   deutsch- türkischen Raps begeistert mit und feierten die drei mit enthusiastischem Beifall. Ein   rundum   gelungenes   Projekt   –   ein   großer   Dank   an   die   Bonner   Gedenkstätte,   die   Schulleitung   des   Heinrich-Hertz- Europakollegs   für   die   Bereitstellung   der   Aula   und   Frau   Heine,   stellvertretende   Schulleiterin   des   Robert-Wetzlar- Berufskollegs für die Initiierung und Organisation des Projektes: „Erinnern   ist   wichtig:   Wer   die   Vergangenheit   vergisst,   lernt   nicht,   in   der   Gegenwart   zu   handeln.   Wer   in   der Gegenwart   nicht   handelt,   verpasst   es,   die   Zukunft   positiv   zu   gestalten.   Wer   die   Zukunft   nicht   aktiv   positiv mitgestalten    kann,    gefährdet    das    soziale    Zusammenleben    aller.    Denn:    Die    Menschen    sind    und    bleiben    zur Unmenschlichkeit im Stande. – Wir, die wir erinnern, wollen aber lernen!“ Eshter   Bejarano,   geborene   Löwy,   ist   eine   der   letzten   Überlebenden   des   „Mädchenorchesters“   von   Auschwitz.   Die   am   15. Dezember   1924   in   Saarlouis   geborene   Jüdin   wurde   1941   in   das   Vernichtungslager   Auschwitz   deportiert.   Von   dort   kam   sie ins   KZ   Ravensbrück   und   musste   am   Kriegsende   auf   einen   „Todesmarsch“.   Jedoch   gelang   ihr   die   Flucht.   Die   Befreiung durch die Rote Armee erlebte sie am 03. Mai 1945 im Mecklenburgischen. Esther   Bejarano   lebte   viele   Jahre   in   Israel,   kam   dann   1960   mit   ihrer   Familie   zurück   nach   Deutschland.   Seit   mehr   als 30   Jahren   engagiert   sie   sich   gegen   alte   und   neue   Nazis,   Flüchtlinge   und   gegen   Krieg-   Sie   wurde   im   Juni   2016   mit   dem „Preis   für   Solidarität   und   Menschenwürde“   des   Bündnisses   für   Soziale   Gerechtigkeit   und   Menschenwürde   ausgezeichnet. Mit der Kölner Rap-Band Microphone Mafia hat sie bereits übe 250 Konzerte gegeben.